Bücher gegen das Verstummen: Lesung und Gespräch mit Iryna Dzhava
Bücher gegen das Verstummen
Ukrainische Volksmärchen, Diaspora-Verlage des 20. Jahrhunderts und kulturelle Resilienz bis heute.
Nach 1945 entstand in den Displaced-Persons-Lagern und im Umfeld der westlichen Besatzungszonen in Deutschland eine heute kaum bekannte ukrainische Kulturlandschaft. Unter den Bedingungen von Kriegserfahrung, Vertreibung, Staatenlosigkeit und politischer Bedrohung entfalteten Ukrainerinnen und Ukrainer eine bemerkenswert intensive kulturelle, publizistische und pädagogische Tätigkeit.
Sie schrieben und publizierten Texte, gründeten Verlage, gaben Zeitschriften heraus und bauten Schulen, Kindergärten, Theatergruppen, Bildungseinrichtungen und andere kulturelle Initiativen auf.
Trotz provisorischer und oft äußerst schwieriger Lebensumstände entstand so ein kultureller Raum, in dem ukrainische Sprache, Literatur und kulturelles Gedächtnis nicht nur bewahrt, sondern auch weiterentwickelt und an die nächste Generation weitergegeben wurden.
Über Iryna Dzhava: ist Herausgeberin und Gründerin des Verlags edition d’Ukraïne, Übersetzerin, Germanistin sowie Kultur- und Literaturwissenschaftlerin. Mit ihrer Arbeit widmet sie sich der Vermittlung und Sichtbarmachung ukrainischer Literatur und Kultur im deutschsprachigen Raum.