Der erste Schritt ist ein Antrag — an die Schule und an das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB).

Ihr Kind geht in Leipzig zur Schule.
Es lernt Deutsch, findet seinen Platz und wächst in einem neuen Umfeld auf.
Gleichzeitig stellen sich viele Eltern eine wichtige Frage:
Wie kann mein Kind Ukrainisch auch in der Schule lernen?
Die gute Nachricht: Es ist möglich.
Ukrainisch als Schulfach — was bedeutet das?
In Deutschland gibt es den herkunftssprachlichen Unterricht (HSU).
Er richtet sich an Kinder, die mehrsprachig aufwachsen und neben Deutsch eine weitere Familiensprache haben.
HSU bedeutet nicht nur zusätzliche Unterrichtsstunden.
Er bietet die Möglichkeit:
- die Herkunftssprache systematisch zu entwickeln
- lesen, schreiben und differenziert sprechen zu lernen
- die Verbindung zur eigenen sprachlichen und kulturellen Identität zu stärken
Für ukrainische Kinder heißt das konkret:
Ukrainisch kann auf schulischem Niveau erlernt und gefördert werden.
– in vielen Fällen kann die Leistung im Zeugnis erscheinen
– perspektivisch ist auch eine Anerkennung als zweite Fremdsprache möglich (z. B. bereits umgesetzt in Berlin)
Warum ist das wichtig?
In Leipzig leben viele Familien aus der Ukraine — aus unterschiedlichen Regionen, mit unterschiedlichen Hintergründen.
Kinder erwerben Deutsch oft schnell.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Herkunftssprache ohne gezielte Förderung zunehmend in den Hintergrund tritt.
Der herkunftssprachliche Unterricht kann hier gezielt unterstützen:
- stärkt sprachliche Sicherheit und Ausdrucksfähigkeit
- fördert Mehrsprachigkeit als Kompetenz
- unterstützt die schulische Entwicklung insgesamt
- trägt zur Stabilität von Identität und Zugehörigkeit bei
Was viele Eltern nicht wissen
Dieses Angebot ist Teil des Bildungssystems — wird jedoch nur bei entsprechendem Bedarf eingerichtet.
Ohne Antrag gibt es in der Regel kein Angebot.
So können Sie den Prozess anstoßen
- Schreiben Sie einen Antrag an die Schulleitung und an das LaSuB
- Vernetzen Sie sich mit anderen ukrainischen Eltern an der Schule
- Reichen Sie den Antrag möglichst gemeinsam ein
Die Schule meldet den Bedarf an die zuständigen Stellen.
Bei ausreichender Nachfrage wird Unterricht eingerichtet (in der Regel 2 Stunden pro Woche).
Beispiel für einen Antrag
Landesamt für Schule und Bildung
Standort Leipzig
Nonnenstraße 17 A
04229 Leipzig
Frau Dr. Christine Mäkert
Telefon: 0341 4945725
E-Mail: Migration-Leipzig@lasub.smk.sachsen.de
Kompetenzzentrum sprachliche Bildung in Leipzig
Apollonia-von-Wiedebach-Schule
Arno-Nitzsche-Straße 7
04277 Leipzig
Frau Katja Bluhm
Telefon: 0341 308246935
E-Mail: katja.bluhm@wiedebachschule-leipzig.de
Sehr geehrte Frau Dr. Mäkert,
sehr geehrte Frau Bluhm,
sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bitte ich Sie, an unserer Schule den herkunftssprachlichen Unterricht in Ukrainisch für meine Tocher (????? NAME????) einzuführen.
Die ukrainische Sprache ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität vieler Kinder unserer Schule. Es ist daher von großer Bedeutung, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Herkunftssprache systematisch zu erlernen und weiterzuentwickeln.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die notwendigen Schritte zur Organisation dieses Unterrichts einleiten könnten.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
Zum Schluss
Es handelt sich um einen vergleichsweise kleinen Schritt — einen Antrag.
Gleichzeitig kann er langfristige Wirkung haben.
Er trägt dazu bei, dass Ukrainisch nicht ausschließlich im privaten Umfeld bleibt, sondern auch im schulischen Kontext sichtbar und anerkannt wird.
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder den Kontakt zur Herkunftssprache behalten.
Der herkunftssprachliche Unterricht ist ein konkreter Weg, dies zu unterstützen.


